Selbstreflektion: Warum irgendwann auch einfach mal Schluss sein muss!

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Die Zeit ist reif: Lila Green und ich schließen ein Kapitel…

„Wenn du einen Punkt am Ende des Satzes siehst, versuche nicht, ein Komma daraus zu machen.“

 

Eine Reise in das Unbekannte und zu mir selbst neigt sich vorerst dem Ende zu. Seit ich vor einem Jahr meinen ganz persönlichen Rucksack gepackt habe und herausfinden wollte, was das Leben für mich noch bereithält, wofür ich einstehe, was mich glücklich macht, wofür ich morgens aufstehe, was mich begeistert, wofür ich arbeite, lebe und liebe, ist viel passiert.

Es heißt: „Veränderung ist am Anfang schwer. In der Mitte chaotisch. Und am Ende wunderschön.“

Exakt so sieht es auch bei mir aus. 2015 war schwer. Sehr schwer. 2016 war chaotisch. Aber großartig. 2017 steht jetzt der Teil mit dem „wunderschön“ an – ich kann es kaum erwarten.

 

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War es ein gutes Jahr? Definitiv ja! War es ein leichtes Jahr? Definitiv nein!

Zwischenzeitlich hat es sich mehr nach einem autonom gesteuerten Fahrzeug mit defektem Steuerungselement angefühlt. Links die Leitplanke touchiert, rechts die Leitplanke touchiert. Und in der Übergangsphase zwischen Überholspur und Seitenstreifen kurz über den Fahrtwind gefreut. Immer auf dem Beifahrersitz: Mein ständiger Begleiter namens Panik aka Unsicherheit. Denn: Alte und vermeintlich sichere Verhaltensmuster aufzugeben, hat mich verletzbar gemacht. Unsouverän. Hektisch. Gefangen in wildem und unnötigen Aktionismus. Und ja, manchmal auch einfach nur ängstlich. Und so kam diese Reise leider auch nicht ganz ohne Kompensation aus. Berufliche Unsicherheiten wollten privates Glück erzwingen – und umgekehrt. Gepaart mit jede Menge Druck und Kontrollwunsch.

2016 war diese einzigartige Mischung aus unsagbar vielen Glücksmomenten und dem Freifahrtschein, Fehler machen zu dürfen. Viele Fehler. Endlich. Habe ich früher tatsächlich kaum gemacht. Denn: Einem professionellem Perfektionisten passieren schließlich keine!

Die Erkenntnis?! Ich habe sie überlebt. Alle! Und über viele von ihnen kann ich heute so herzhaft lachen – auch, wenn ich währenddessen am liebsten im Erdboden versunken wäre. Ein Jahr habe ich (versucht!!!) hauptsächlich das zu machen, das zu sagen und das zu tun, was sich im jeweiligen Moment richtig angefühlt hat. Enttäuschungen inklusive. But: I survived! Und: Ich bereue nichts. Weil: Alles von Herzen kam.

 

I never lose. Either I win or I learn.

Ja, für mich war diese Weltreise unabdingbar, um meinem persönlichen Glück ein großes Stück näherzukommen. Selbstreflektion, Hinterfragen, Beobachten, Antworten bekommen. Nicht auf alles. Und auch nicht immer mit finaler Handlungsempfehlung. Aber mit grundlegenden Erkenntnissen zu und für mich selbst.

Und trotzdem: Irgendwann ist Schluss. Das Touristen-Visum ist abgelaufen. Das Reise-Budget aufgebraucht. Der Ruf nach einer Base lauter geworden.

Denn: Man kann sich in einer solchen Reise auch schnell verlieren. Bei der Vielzahl von Eindrücken und Möglichkeiten ist der Anschlussflug schnell verpasst. Der Kompass im Hotelzimmer vergessen. Die Karte durch Sonne und Regen unleserlich verblasst. Und die Orientierung bei der Überfahrt mit dem Gepäck über Bord gegangen.

Und so war es auch bei mir in den letzten Monaten stets ein schmaler Grad zwischen Selbstreflektion und einem schier niemals endendenden Hinterfragen. Die Gefahr, das Gefühl für das „Jetzt“ zu verlieren ist groß, wenn man sich einmal auf den Weg gemacht hat.

Das Leben zu verpassen, während man ständig nach etwas anderem sucht.

 

Mit geöffneten Augen zu sehen, ohne zu erkennen. Zuzuhören, ohne zu verstehen.

Dem niemals verstummenden Kopfkino zu erlauben, das Leben zu dominieren und einem die Energie für die wirklich wichtigen Dinge zu rauben.

Mein Fazit: Am Ende liegt es einzig und allein an unserer persönlichen Einstellung und den Gedanken, die wir in unser Leben lassen. Nichts liegt im Außen, sondern alles in uns selbst begründet. Auch, wenn wir manchmal gerne anderes behaupten. Weil es einfacher und angenehmer ist, mit dem Finger von sich weg zu zeigen. Aber: Wir haben stets die Wahl. Es obliegt uns selbst, ob wir uns für eine positive oder negative Sicht auf die Dinge der Welt entscheiden.

bild-1Für mich ist das Hinterfragen von Dingen, Menschen, Gegebenheiten und sich selbst absolut wichtig und zudem ein Zeichen von Mut. Sich auseinanderzusetzen und sich nicht vor Gefühlen verstecken zu müssen (da ich das den überwiegenden Teil meines Lebens gemacht habe, weiß ich, wovon ich spreche ;-)). Aber: Es kommt auf das richtige, gesunde Maß an. Und: Niemals, aber wirklich niemals im Leben lernt man ganz aus.

Mich hat diese Reise vor allem eines gemacht: Klar.

Für mich. Und für das, was ich im Leben möchte. Nicht alles bekam eine Antwort. Musste es aber auch nicht.

Das Wichtigste: Ich suche nicht mehr.

Das ungesunde Gefühl des „Getriebensein“ wird Tag für Tag schwächer. Und macht Platz für innere Ruhe und persönliche Freiheit.

 

Alle Zeichen stehen auf Neuanfang.

Und so neigt sich auch für meinen Blog eine Phase dem Ende zu. Ich möchte den Fokus künftig vermehrt auf andere Akteure statt auf mich legen. Sobald es die Zeit zulässt, werde ich einen meiner ursprünglichen Gedanken intensiver aufgreifen und ausbauen: Netzwerk. Menschen. Coaching.

Ich habe so viele Ideen und Gedanken von meiner Reise mitgebracht, die es nun erst einmal zu ordnen gilt, bevor ich Lila Green visuell und inhaltlich umstrukturieren werde.

Wann das sein wird? Ich weiß es nicht genau.

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Sowohl im „realen“ beruflichen und privaten Leben als auch in der „Online“-Welt habe ich nun für mich klare Wünsche und Ziele für 2017 formuliert – sie aber nicht in das Korsett eines festen Plans gezwängt.

Ich will nächstes Jahr offen bleiben für das, was das Leben bereithält. Flexibel und beweglich sein. Für Optionen und Wege, die ich bis dato nicht bedacht habe.

Denn wenn ich eines gelernt habe: Alles braucht seine Zeit. Abkürzungen sind nur selten eine Option. Es fällt mir nach wie vor unfassbar schwer, anzunehmen, dass vieles nicht kontrollierbar ist. Dass man ab und an einfach abwarten muss. Geduld ist und bleibt die Top-Challenge auf meiner Agenda.

Aktuell bin ich voller Ideen und Energie. Die Reise hat meine Prioritäten und tatsächlichen Wünsche ans Licht gebracht. Dafür bin ich sehr dankbar. Aber ich möchte 2017 nicht wieder mit dem für mich so typischen „Alles-oder-nichts“-Denkmodus antreten.

Aber: Klare Entscheidungen zu treffen ist und bleibt für mich enorm wichtig. In den letzten 2 Jahren habe ich viel zu viel gehadert, nicht auf meine Intuition vertraut und Dinge nicht konsequent zu Ende gebracht.

Auf der einen Seite habe ich mir eingeredet, Entscheidendes losgelassen zu haben – es aber in letzter Instanz faktisch nicht getan. Auf der anderen Seite habe ich mich dort nicht mit ganzem Herzen engagiert, wo es für mich von wirklicher Bedeutung war.

Zwar gibt es persönliche Einstellungen und Verhaltensmuster, die ich verändern und an denen ich arbeiten möchte. Diese gehört allerdings nicht dazu. Sie ist und bleibt Teil meiner Persönlichkeit.

Und so habe ich mit verschiedenen Menschen so unsagbar viel darüber diskutiert, ob ich manchmal ein bisschen mehr Grau statt nur Schwarz und Weiß sein sollte. Wir sind uns noch immer nicht ganz einig **grins**

Grau hat für mich weiterhin den unangenehmen Beigeschmack eines Kompromisses. Einer „Lose-Lose“-Situation. Ein Begriff, der so negativ besetzt ist und sich für mich einfach falsch anfühlt.

In allen Bereichen des Lebens, die mir etwas bedeuten, geht es in diesem Zusammenhang vielmehr um ein Geben und Nehmen, das gerne und freiwillig erfolgt.

bild2Natürlich harmonisiert im Zuge dessen nicht jede Entscheidung (insbesondere solche zwischenmenschlicher Natur) unbedingt mit dem eigentlichen Wunsch oder Antrieb. Aber für die Menschen, die ich liebe, mache ich viele Sachen einfach gerne – auch, wenn ich selbst vielleicht ursprünglich etwas anderes wollte. Ich kann mich für das begeistern, was ihnen wichtig ist. Und genauso ist es andersherum. Ganz natürlich. Eine Form von Geben und Nehmen, die sich einfach richtig anfühlt. Und darauf kommt es für mich an.

Auch auf beruflicher Ebene gibt es Momente, in denen ich meinen Weg nicht genauso verfolgen kann wie geplant. Aber wenn ich an das große Ganze eines Projektes glaube, wenn mein Herzblut und meine Vision damit fest verankert sind, kann ich einem unerwarteten Kurswechsel auch schnell Positives abgewinnen. Dann kann ich Dingen auch die Zeit geben, die sie brauchen, um sich zu entwickeln. Aber: Ohne das „Big Picture“ geht es für mich einfach nur schwer bis gar nicht.

Womit mein Umfeld aber sicherlich recht hat: Nicht alles kann sofort mit Schwarz oder Weiß entschieden werden. Und somit habe ich für mich beschlossen, dass Grau eine durchaus wichtige und sinnvolle Übergangsphase sein kann. Dann, wenn ich weiß, dass ich in diesem Zustand nicht verharren werde, sondern er vielmehr Mittel zum Zweck und der Weg zum Ziel ist. Dann, wenn ich die Zielfahne schon sehen kann – auch, wenn sie noch in weiter Ferne weht.

2017 möchte ich einiges, was ich dieses Jahr gesehen und erlebt habe, umsetzen. Aber mich heute noch nicht festlegen, wie, wo und wann genau.

Ich möchte weiter „reisen“. In die „Länder“, die mich am meisten begeistert haben. Dorthin, wo 2016 mein Herz berührt wurde. Mit den Menschen Zeit verbringen, mit denen ich dieses Jahr schon so viel Tolles erleben durfte.

gfd

Da dies mein letzter so persönlicher “Lebensfragen–wer-bin-ich-überhaupt-und-Hätte-Wette-Fahrradkette”-Post sein wird, erlaube ich mir hier auch noch einmal, meinen „Lieblingsmenschen“ aus tiefstem <3 zu danken. Ihr seid der Hammer!

Und dankeeeeeee so sehr, für all’ die Millionen Stunden reden, diskutieren und auseinandersetzen. Es war wichtig. Wahrscheinlich für uns alle. Aber es war auch viel…Viel Input, viel Kopfarbeit und viele Emotionen…Und deshalb lasst uns ab sofort wieder mehr lachen statt ernst sein. Wieder mehr leicht sein als schwer. Mehr genießen statt zaudern…Und okeee, ein klitzekleines bisschen reden..Ab und an…Dann und wann…

Ich gelobe an dieser Stelle Besserung und eine spürbare Reduktion meiner „Alles-oder-nichts“- und „Was-fangen-wir-bloß-mit-diesem-verrückten-Leben-an“-Gesprächen. Hahaahahaaaaa!

Also, jetzt seid ihr dran mit den großen Fragen – und ich mit zuhören ;-)))

Neben langjährigen Freunden und meiner wundervollen Familie traten dieses Jahr auch Menschen in mein Leben, die mich völlig überrascht haben. Die mir neue Perspektiven aufgezeigt und eine Brücke zu dem gebaut haben, wo ich heute stehen darf. Eine ganz besondere Verbindung, die mein Leben unfassbar bereichert hat. Die auch dort hingegangen sind, wo es unangenehm war, aber umso wichtiger. Die mir ganz klar aufgezeigt haben, wo meine Prioritäten im Privat- und Berufsleben mittlerweile liegen. Die mich dazu gebracht haben, einfach mal loszulassen – und zu sehen, dass sich das Rad auch ohne mich weiterdreht. Und dass sich das gar nicht so schlimm anfühlt wie befürchtet…

 >> Beautiful minds inspire each other <<

Ich kann es nicht oft genug sagen: Ihr seid einfach mega! Danke für all’ euer Vertrauen, eure Loyalität, eure Motivation und eure Energie.

So, genug Gefühl für heute ;-))))))

 

 

 

 

 

 

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