Ich bin dann mal weg!

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Urlaub mit “me & myself”: Warum alleine reisen nicht nur glücklich, sondern auch gesund macht!

Unser Körper braucht Phasen der Regeneration, der Ruhe und Entspannung. Genauso sehnt sich aber auch unser Geist nach regelmäßigen Pausen. In den letzten Jahren habe ich viel ausprobiert, um mein Kopfkino zumindest für eine gewisse Zeit auf “Pause” zu setzen.

 

Wie geht das nochmal mit der Entspannung?

Zwischen Mails checken und Yoga-Kurs, zwischen Frühstücksbox füllen und “10-Minuten-Meditation”, zwischen Büro-Meeting und autogenem Training, zwischen Kita-Fest und Detox-Säften, zwischen Ausgleichssport und Kinderturnen, zwischen Geschäftsessen und Massage-Termin wollte mir das mit dem “Abschalten” aber auf unerklärliche Weise einfach nicht gelingen. In einem hellen Moment wurde mir dann schlagartig klar, dass ich mir – dermaßen – etwas vormache, wenn ich mir einrede, zu Hause entspannen zu können.

Diese weise Erkenntnis hat mich gut und gerne ein paar Jahre gekostet. Als es dann soweit war, habe ich es einfach gemacht: Mir ein schnuckeliges Apartment gesucht, einen Mietwagen gebucht und mich mit meinem kleinen Handgepäck in den Flieger gesetzt. Ganz spontan und ohne großes Spektakel.

 

Das Flugzeug, die Wolken & ich

Auf dem Weg zum Flughafen überkam mich ehrlich gesagt schon ein komisches Gefühl. Alleine Reisen, alleine an den Strand, alleine Essen? Mit wem soll ich teilen, was ich erlebe? Mit wem soll ich den ganzen Tag über sprechen? Doch kaum hatte ich im Flieger Platz genommen, meine Kopfhörer aufgesetzt und meinen Blick hinaus aus dem Fenster in die Wolkendecke gelenkt, da war er da: Dieser unbeschreibliche Glücksmoment. Ruhe in und um mich herum. Freiheit, Leichtigkeit und keine Kommunikation. Nur ich und das, was mich in diesem Moment umgab. Seit langer Zeit war ich wieder klar und vollkommen un-abgelenkt.

Da gab es keinen Raum für kleine gelbe Post-Its mit Job-Remindern, die ich an den Kühlschrank klebe, während ich koche. Kein privates Brainstorming für den bevorstehenden Kindergeburtstag während ich zum nächsten Jobtermin flitze. Und auch kein Nägel lackieren während ich zugleich versuche, mein Müsli einigermaßen kleckerfrei zum Mund zu führen und parallel bemüht bin, das Handy zwischen Ohr und Schulter in Balance zu halten, damit ich mein Telefonat fortführen kann.

Durchatmen und Wahrnehmen

Stattdessen habe ich wieder nach links und rechts geschaut. Die Sonne auf meiner Haut genossen, dem Meer und der Natur gelauscht. Die Menschen mit anderen Augen gesehen, beobachtet und mich inspirieren lassen. Den Duft der Blumen wahrgenommen und den Wind gespürt. Es war, als ob jemand von jetzt auf gleich meine Sinne re-aktiviert hätte. Ich war glückseelig wie lange nicht mehr. Es gab keinen einzigen Moment, an dem ich mich seltsam oder alleine gefühlt habe. Jeden Abend habe ich mir leckeren Wein und ein tolles Essen gegönnt. Ganz in Ruhe und ohne Zeitdruck. Niemals zuvor habe ich bewusst so viele Gtravel_sundowner_lilagreenblogeschmacksnuancen auf meinem Teller wahrgenommen.

Nie zuvor habe ich minutenlang so fasziniert den Wasserperlen an meinem Glas zugeschaut, wie sie im Glanz des Kerzenlichts nach und nach auf den Tisch tropften. Und nie zuvor hatte ich so viele sympathische Gespräche und wundervolle menschliche Begegnungen. Egal ob Einheimische, andere Reisende oder die Bedienung im Restaurant – überall traf mich ein Lächeln, ein nettes Wort. Alles mit auf Rücksicht basierender Distanz, aber zugleich mit solch großer Wärme und Herzlichkeit, dass ich mich in jedem Moment willkommen und aufgehoben gefühlt habe. Inzwischen schaffe ich es auch immer häufiger, mir zu Hause kleine Auszeiten zu nehmen.

Es muss und darf nicht immer nur die große “Flucht nach vorne” beziehungsweise über den Ozean sein. Dennoch brauche ich auch regelmäßig den örtlichen Abstand, um den laut brummenden Motor ganz runterfahren zu können. Und erfahrungsgemäß hält der Rückenwind eines solchen Kurz-Trips auch nach meiner Rückkehr noch lange an…

 

Studien belegen: Auszeiten fördern Gesundheit & Wohlbefinden

Dass eine Rückzugsmöglichkeit und Zeit, seinen Gedanken nachhängen zu können, bestimmte Fähigkeiten zu kultivieren und sich von Arbeits- und Sozialstress abzugrenzen, von zentraler Bedeutung für das Wohlbefinden sind, liegt nahe. Nun bestätigen es Untersuchungen von Psychologen an der Technischen Universität Dresden, über die auch die Fachzeitschrift “Wirtschaftspsychologie aktuell” berichtet.

Antje Proske und ihre Kollegen fragten 491 Studenten, wie viel Zeit sie für ihre Arbeit, für andere und für sich selbst haben. Was kam heraus? Diejenigen Befragten, die angaben, dass sie genügend Zeit hatten „für ihre Freunde oder die Familie“, „über sich selbst nachdenken zu können“ oder „für die täglichen Pflichten bei der Arbeit“, litten nach eigenen Angaben am seltensten unter körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen.

Zu viel Einsamkeit allerdings, das zeigte sich erwartungsgemäß auch, ist nicht hilfreich. Alle drei – Arbeit, Miteinander, Alleinsein – sollten in einer Balance stehen. Eine hohe Selbststeuerungsfähigkeit („Ich kann gut meine Anspannung verringern, wenn man mich nervt.“) und Selbstwertgefühl („Alles in allem bin ich zufrieden mit mir.“) korrelierten bei den befragten Studenten mit einer ausgeglichenen Balance der drei Zeitkomponenten. Die Autoren schlussfolgern: „Das dreidimensionale Life-Balance-Modell (Arbeits-, Selbst- und soziale Zeit) sagte Gesundheit besser voraus als das zweidimensionale Balance-Modell (Arbeit und Freizeit).“

 

 

 

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