Ein Selfmade-Millionär über Erfolg, Glück & Ratio!

DVVK 2014

Lang hat’s gedauert! Umso mehr freue ich mich, dass ich ihn nun endlich für ein Interview gewinnen konnte: Er ist innovativer Unternehmer, Investor und Selfmade-Millionär. Seinen Namen veröffentliche ich an dieser Stelle zwar nicht, dem Content wird es aber nicht schaden. Im Gegenteil. Denn so entstand ein sehr offenes und lockeres Interview, das neben dem Business auch einen kleinen Blick in seine persönliche Gedankenwelt gewährt…

LILAGREEN: Was bedeutet für Sie Erfolg?

XX: Im Grundsatz das zu Erreichen, was man sich vornimmt. Nicht immer muss das gleichbedeutend sein mit „der Beste“ oder „der Sieger“. Es gibt viele Situationen, in denen die Ratio sagt, dass es nur wenig Sinn macht, sich hier und jetzt groß zu engagieren. Aber es ist nunmal auch Fakt, dass nicht immer alle Entscheidungen nur mit der Aussicht auf Erfolg zusammenhängen. Manchmal ist es auch einfach ein intuitives Gefühl oder es macht schlichtweg Spaß, Dinge exzellenter lösen zu können, als es zuvor der Fall war und an den Herausforderungen zu wachsen. Geht die Rechnung am Ende auch noch im Sinne des (finanziellen) Erfolges auf, hat sich der Einsatz natürlich gleich doppelt ausgezahlt. Apropos “auszahlen” und Stichwort “Geld”: Ein guter Freund und Unternehmer – den ich im Zusammenhang mit der Wichtigkeit von Geld zitieren möchte – hat einmal zu mir gesagt: „Geld sollte nicht das Ziel des Handelns sein, aber es ist eine gute Messgröße für Erfolg“.

LILAGREEN: Was unterscheidet Ihrer Ansicht nach erfolgreiche Menschen von weniger erfolgreichen Menschen?

XX: Bei einem Unternehmer sind es vor allem drei Dinge: Die Vision, der Wille und die Fähigkeit zur Umsetzung. Einzeln treten diese Eigenschaften zwar häufig auf, zusammen treffen sie aber eher selten aufeinander, da sie eine Vielzahl unterschiedlicher Fähigkeiten voraussetzen. Zum einen bedarf es einem hohen Maß an Kreativität und einer gehörigen Portion Größenwahn (für die Vision). Zum anderen geht es nicht ohne einen klaren Fokus (für den Willen) und konsequente Strukturen (für die Umsetzung). Das kann eine einzige Person durchaus vereinen. Steve Jobs ist so ein Beispiel. Wer dieses Portfolio an Skills aber nicht sein Eigen nennen kann, der muss seine Schwächen mit Menschen ausgleichen, die in eben genau diesem Bereich die nötigen Stärken vorweisen können.

LILAGREEN: Gute Ideen gibt es viele. Kreative Leute dahinter auch. Warum sind es aber nur die allerwenigsten, die am Ende von Erfolg gekrönt sind?

XX: Ich glaube, in diesem Zusammenhang spielen viele Faktoren eine Rolle und letztlich ist es auch nicht wichtig, ob etwas gleich zu Beginn erfolgreich ist oder nicht. Es wird dann erfolgreich, wenn man sich Tag für Tag intensiv damit beschäftigt, es hinterfragt und schnellstmöglich die Dinge abschaltet, die dem Erfolg im Wege stehen. Mal kann das nur einen kleinen Unternehmensbereich betreffen, manchmal vielleicht aber auch das Geschäft an sich.

LILAGREEN: Was sind Ihrer Meinung nach die Hauptgründe, warum viele gute Konzepte scheitern, bevor sie ihr Potential auch nur ansatzweise abrufen konnten?

XX: Vielleicht, weil es ein Irrglaube war, dass sie das entsprechende Potential überhaupt inne hatten? Vielleicht fehlte es aber auch irgendwo auf dem Weg an Können und Erfahrung. Oder es wurden grobe Fehler gemacht, die von den Verantwortlichen nicht rechtzeitig korrigiert wurden. Oder es mangelte an dem nötigen Willen zur Umsetzung. Ich glaube, die Gründe sind vielfältig und niemand ist davor gefeit, auch mal auf eine Idee zu setzen, die nicht zündet. Passiert das allerdings mehrere Male hintereinander und fährt man immer wieder mit Vollgas gegen die Wand, dann sollte man sich schon überlegen, ob einem nicht noch mehr der zuvor genannten Fähigkeiten fehlen.

LILAGREEN: Inwieweit hängt Erfolg mit der persönlichen Einstellung zusammen?

XX: Absolut und nur! Wer nicht will, der wird auch niemals wirklich erfolgreich sein! Unser Gehirn kennt keine Negation: Wer nicht an einen rosa Elefanten denkt, der denkt daran. Entweder wir verfügen von Natur aus über den nötigen Biss und Willen zum Erfolg oder aber wir glauben schlichtweg nur, dass wir ihn haben.

LILAGREEN: Inwieweit hat die Online-Bewegung die Umsetzung von Ideen und Geschäftsmodellen verändert? Und bietet das digitale Zeitalter Start-Up’s mehr Chancen oder bedeutet es letztlich mehr Risiko?

XX: Ich wundere mich jedes Mal, wenn „Experten“ mir sagen, dass die großen Felder im Bereich Internet und Digitalisierung bereits besetzt sind. Das ist so lächerlich! Man sagt ja nicht ohne Grund, dass eine Internet-Generation in der Regel fünf Jahre lang andauert und sich mit jeder neuen Generation wieder alles komplett verändern kann. Sinnbildlich gesprochen, haben wir gerade einmal die Dampfmaschine erfunden – und von Autos und Flugzeugen wissen wir noch gar nichts. Was die meisten “Spezialisten” derzeit für die letzte Stufe halten, kommt einer Kutsche mit Dampfantrieb gleich. Ohne Reifen und nur gemäßigt geeignet, um weite Strecken zu fahren. Die Digitalisierung ermöglicht uns historische Chancen, die vielleicht nie wieder in einem Menschenleben so auftreten werden wie in unserem. Unter dem Strich haben wir fünf, vielleicht sechs Generationen, die wir aktiv mitgestalten können. Und das in einem Segment, dessen Wachstum – da (fast) ausschließlich digital – sich allein mit Kapital beschleunigen lässt. Das beantwortet wohl auch die Frage danach, ob Firmen – egal ob Start Up oder etabliertes Unternehmen – mehr Chancen als Risiken im geschäftlichen Sinne haben. Mögliche Risiken sehe ich eher im persönlichen Bereich: Wir werden mit immer mehr Komfort und Service umgeben, deren Nutzung wir uns nur schwer entziehen können und in vielen Fällen auch gar nicht mehr wollen. Da jedoch dahinter ein kaufmännisches Interesse steht, stellt sich die die perspektivische und philosophische Frage, inwieweit der Nutzen über den Nachteilen liegt und ob und in welchem Umfang uns das bewusst ist. Das ist allerdings im Grundsatz kein neues – und kein digitales – Problem. Aber es könnten uns durch die Digitalisierung noch mehr tangieren.

LILAGREEN: Wie lauten die 5 wichtigsten Zutaten für Ihr persönliches “Erfolg-Rezept”?

XX: 1. Vision. 2. Wille. 3. Tägliche, disziplinierte Umsetzung. 4. Die Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen. 5. Mit den richtigen Menschen zusammenzuarbeiten. Bei allem Erfolg sollte man aber niemals vergessen, dass dieser nicht unmittelbar mit Glück zusammenhängt. Welchen Stellenwert man Letzterem zuteil werden lässt, sollte jeder für sich ganz bewusst und individuell festlegen. Am Ende bleibt uns nur eine Lebenszeit und wer einzig und allein auf Erfolg setzt, der ist auf dem dem Konto vielleicht sehr reich, in Wirklichkeit aber vielleicht auch sehr arm.

LILAGREEN: Ihre 5 “No-Go’s” für Start-Up’s sind…

XX: …1. Zu glauben, die Idee allein verändert alles: Am Erfolg sind tausende kleine Stellschrauben beteiligt, die zunächst zu einem großen Ganzen zusammengeführt werden müssen. 2. Geld verdienen wir später: Ja, es gibt viele Optionen. Aber jeder sollte wissen, wie und womit er sein Geld verdienen kann und will. 3. Zu glauben, dass man von Grund auf besser ist als andere: Das gilt es erst einmal zu beweisen – und so lange ist jeder schlechter als seine Mittbewerber. 4. Sich nicht trennen zu können: Egal ob Mitarbeiter, Zulieferer oder Geschäftsbereiche. Bleibe wachsam, objektiv und ändere schnellstmöglich die Dinge, die nicht perfekt funktionieren. 5. Nicht genug zu arbeiten: Erfolg ist Arbeit und wer nicht selbst mit anpackt, wird auch keinen Erfolg haben. Maximal Glück.

 

 

3 Comments

  1. 1

    Hallo. Vielen Dank für das interessante Interview. In der Wirtschaftswoche vom 19. Juni 2016 gab es auch zum Thema Erfolg einige Beiträge: http://weiter-lesen.net/1937/deinen-erfolg-sichern/ Meiner Meinung nach gehört zum Erfolg, Dinge zu tun, die einem liegen, die man idealerweise sogar liebt und nicht zu früh aufzugeben! Und ohne eine gewisse Disziplin geht es meisten auch nicht!

    • 2

      Hallo liebe Gaby! Vielen Dank für dein positives Feedback. Und ja, ich stimme dir voll und ganz zu. Durchhaltevermögen ist eine entscheidende Kunst im Spiel um den Erfolg. Auch dann dranzubleiben, wenn sich der Weg als nicht so einfach gestaltet. Ein schwieriges Unterfangen – vor allem für unsere häufig abgelenkte und von so vielen verlockenden Möglichkeiten umgebene Generation…

  2. 3

    Hi Tine, Hallo Leute

    Respekt an das was du tust. Das ist ein großes Geschenk, dass du mit uns diese wertvollen Informationen teilst.
    Ich würde gerne Videos sehen wie man ohne Kapital beginnen kann. Ich selbst habe das Bloggen und Network Marketing für mich entdeckt. Im Gegensatz zu einem Angestelltenverhältnis, braucht der Mitarbeiter hier keine Qualifikationen. Er kann sich seine Zeit frei einteilen, bestimmt selbst, wie viel er arbeitet, wie viel er verdient und welche Strategien er verfolgt, seine finanziellen Ziele mit der Firma zu erreichen. Sein oberstes Ziel ist es jedoch immer Kunden und va. Geschäftspartner zu generieren.

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